Erfahrungen im Radverkehr - Interview mit Martin vom ADFC

Gefahrensituationen auf dem Fahrrad
 
Viele Menschen sind leidenschaftliche Radfahrer und wurden leider schon oft unfreiwillig in gefährliche Situationen im Straßenverkehr verwickelt. Leider sprechen viel zu wenig Fahrradfahrer offen über ihre Unfälle, Verletzungen oder Gefahrensituationen die sie im Straßenverkehr erlebt haben. Doch wir möchten die Geschichten dieser Menschen auf unserer Homepage veröffentlichen, um ihnen ein Gesicht zu geben. Außerdem wollen wir damit andere Radfahrer ermutigen und sensibilisieren, sich nicht zu verstecken und auf Gefahrensituationen richtig zu reagieren.
 
Dazu befragen wir momentan deutschlandweit Radfahrer, wie sie den Alltag auf dem Fahrrad meistern, was für Situationen sie schon erlebt haben und mit welchen Gefahrensituationen sie schon konfrontiert wurden. Wir wollen herausfinden, wie unterschiedlich die Fahrradfahrer mit solchen Erlebnissen umgehen und was sie Alltagsradlern mit auf den Weg geben wollen. Hier findet ihr einzelne Portraits dieser Radfahrer. Wenn auch du schon einmal auf dem Fahrrad in eine Gefahrensituation verwickelt wurdest, dann melde dich doch bei uns (info@dashbike.de).
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Zu Beginn haben wir mit Martin K. ein Interview über seine gefährlichen Erfahrungen im Straßenverkehr geführt. Er ist der Sprecher der Ortsgruppe des ADFC in Büchen. 
 
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 185.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Der Club ist davon überzeugt, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Sie setzen sich aktiv für eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr ein, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.
 
Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Sein Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen. Mehr über die Ziele und Forderungen des ADFC erfahrt ihr in seinem Grundsatzprogramm. Im Folgenden wollen wir euch zeigen, wie Martin unsere Fragen beantwortet hat und vor allem wie er die Sicherheit von Fahrradfahrern im Straßenverkehr beurteilt.
 
Er selbst zählt sich momentan eher zu der Kategorie der Alltagsradler. Doch nach Weihnachten fährt er Berufsbedingt erstmal nur noch 3 Kilometer bis zum Bahnhof und muss den Rest der Strecke mit der Bahn fortsetzen. Martin legt pro Woche gut 100 Kilometer mit dem Fahrrad zurück, da er an 5 Tagen in der Woche unterwegs ist und rund 18 Kilometer am Tag mit dem Fahrrad fährt. Zusätzlich fährt er bis zu zwei Mal in der Woche einkaufen (5 Kilometer), holt seine Kinder aus dem Kindergarten ab (4 Kilometer) und greift sich auch gerne an den Wochenenden sein Rad (5-30 Kilometer).
 
Dadurch, dass er nahezu täglich auf dem Fahrrad sitzt hat er auch schon selbst einige brenzlige Situationen hautnah miterlebt. Viel zu enges Überholen, provokantes Hupen und das Aufheulen des Motors erlebt er ungefähr wöchentlich im Straßenverkehr.
 
Doch worauf lassen sich diese Gefahrensituationen zurückführen? Liegt es beispielsweise an der Infrastruktur oder auch an der Ungeduld vieler Autofahrer?
 
Martin denkt, dass brenzlige Situationen oft durch die Ungeduld der Autofahrer verursacht werden, da die meisten Autofahrer so schnell wie möglich von A nach B gelangen wollen und das ohne große Zeiteinbußen. Aus diesem Grund machen einige wenige Autofahrer den Radfahrern das Leben schwer und reagieren selbst bei verbalen Klärungsversuchen teilweise aggressiv und ablehnend. Eine Lösung sieht Martin darin die Infrastruktur in Deutschland zu verbessern, da das zu einer Entspannung des Straßenverkehrs führen würde (Beispiel: Holland). Als ebenfalls sehr wichtig, sieht er aber auch die Aufklärung und die Schulung von Auto- und Radfahrern an, da die meisten Verkehrsteilnehmer einen Unfall nicht provozieren wollen.
 
In wie weit haben die erlebten Gefahrensituationen das eigene Fahrverhalten beeinflusst oder sogar verändert?
 
Bei Martin haben diese gefährlichen Situationen zu einer veränderten Fahr- und Denkweise geführt. Zudem prägte es seine Gesamteinstellung zur Infrastruktur in Deutschland und seine ehrenamtliche Arbeit beim ADFC. Er bezeichnet sich selbst als ein selbstbewusster Radfahrer und fährt tendenziell eher zur Mitte einer Fahrspur. Dies hat den Effekt, dass die meisten Autofahrer nur noch an „sicheren“ Stellen und mit Abstand überholen. Sein Motto beim Fahren lautet: „Offensiv wirken doch auch immer bremsbereit sein“. Man muss sich seinen Platz nehmen und dafür einstehen.
 
Gab es auch schon so gefährliche Situationen im Straßenverkehr, dass die Polizei hinzugezogen wurde?
 
Martin erzählt, dass er in manchen Fällen auch die Polizei miteinbezogen hat und auch schon Anzeigen gestellt wurden, die mit unterschiedlichen Erfolgen bearbeitet wurden. Doch im Grunde geht es darum, dem Autofahrer zu zeigen, dass er gerade einen Menschen mit seinem Verhalten gefährdet hat. Je nach der Einsicht und der Reaktion ihm gegenüber entscheidet er dann, ob eine Anzeige gestellt werden muss oder nicht.

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